Etwas verspätet, aber Sojus (Gödeke vom Rhinluch) und ich haben Mitte November 2025 die Rettungshundeprüfung – Sparte Flächensuche – bestanden.
Wir haben den weiten Weg nach Paderborn auf uns genommen, um unser Können unter Beweis zu stellen und uns somit für den professionellen Einsatz in der Vermisstensuche zu qualifizieren.
Die Prüfung besteht aus mehreren Einzelteilen, unter anderem ein umfangreicher Gehorsam-Teil sowie der entscheidenden großen Prüfungs-Suche, bei der ein Einsatzgetreues Szenario nachgestellt wird. Letzteres haben wir mit einem „Sehr gut“ bestanden, Sojus konnte die vermissten Personen in kurzer Zeit aufspüren wonach die medizinische Versorgung und Bergung dieser durch mich übernommen bzw. eingeleitet wurde.
Wir sind so stolz auf unsere Leistung und freuen uns, ab sofort als Rettungshundeteam in den Einsatz gehen zu dürfen.
Ein besonderer Dank gilt meinem großartigen Team der Johanniter Rettungshundestaffel Vorpommern Rügen sowie dem Züchter Albrecht Trieloff für diesen wunderbaren Hund.
Wir, die Johanniter Rettungshundestaffel Vorpommern Rügen, bilden eine Katastrophenschutzeinheit und werden offiziell für die Vermisstensuche eingesetzt. Wird eine Person als vermisst gemeldet, werden wir von der Leitstelle alarmiert. Wir bilden folgende Sparten aus:
Beim Mantrailing sucht der Hund eine bestimmte Person, von dieser er eine individuelle Geruchsprobe erhält. Er kann diesen Geruch von anderen selektieren und folgt der Spur dieses Geruchs so lange, bis er die Person gefunden hat. Der angeleinte Hund übernimmt in dieser Form der Vermisstensuche die Führung. Das Ausbilden eines Mantrailers ist zeitintensiv, komplex und erfordert ein umfangreiches Fachwissen des Ausbilders und Hundeführers, der in der Lage sein muss, seinen Hund in jeder Bewegung und Aktivität während der Arbeit lesen zu können.
Bei der Flächensuche sucht der ausgebildete Hund freilaufend große Flächen mittels Hochwind nach der Vermissten Person ab. Der Hund benötigt dafür keinen Individualgeruch der vermissten Person, sondern sucht nach menschlicher Witterung. Dies ist eine Mischung aus Atem, Hautpartikel, Schweiß oder andere Körperflüssigkeiten.
Wenn der Hund die vermisste Person findet, muss er diese anzeigen, sei es, indem er an der Person so lange bellt, bis der Hundeführer anrückt oder in dem er zwischen Hundeführer und vermisster Person pendelt, bis der Hundeführer an der Person ist, um diese medizinisch zu versorgen und zu bergen.
Da Sojus ein leidenschaftlicher „Beller“ ist, liegt ihm die Anzeigeform des Verbellens demnach besonders gut.

Bei der Trümmersuche handelt es sich um die Suche nach verschütteten Personen in bzw. unter Trümmern, beispielsweise nach einer Gasexplosion oder einem Erdbeben. Es besteht in diesem Fall eine dramatische Schadenslage, bei der beispielsweise Gebäude eingestürzt sind. Hier ist es also besonders wichtig, den Trümmerhund so schnell wie möglich einzusetzen.
Die Suche erfolgt unter schwierigsten Bedingungen, bei der der Hund kleinste menschliche Witterung zwischen den verschiedenen Trümmerstrukturen aufspüren muss. Diese Hunde müssen lernen, unbeeindruckt von unangenehmen Untergründen, Gerüchen, Lärm und Menschenmengen zu sein.
Diese und die anderen Formen der Suchen erfordern ein hohes Maß an Professionalität, Einsatzdisziplin und Fachwissen des Hundeführers sowie eine zuverlässige Gehorsamkeit des Hundes. Auch wenn es um eine ernste Angelegenheit geht, macht diese Arbeit sehr viel Spaß, jeder Einsatz ist eine Herausforderung, bei der der Hund seine angeborenen Fähigkeiten artgerecht einsetzen kann.
Von Juliane Sternadel